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Magne beim Symposium 'Choreography Of Sound', 05.11.2013

  • Die 10. ARD Hörspieltage finden vom 05.- 10.11.2013 in Karlsruhe statt.
    > www.ard.de/home/radio/Programmhighlights_der_Hoerspieltage_2013/390352/index.html


    Ein Teil davon ist das Symposium "Choreography Of Sound– Between Abstraction and Narration" vom 05.- 07.11.2013. > www.cosound.de/de/willkommen das Programm: www.cosound.de/de/programm

    Magne ist am Di 05.11.2013 gleich zwei mal dabei. :grin:
    > www.cosound.de/de/program/everybody-composer (15.45h)
    > www.cosound.de/de/program/complicate-your-life (16.30h)


    Alle drei Tage ist kostenloser Eintritt, ihr müßt euch aber bis 31.10.2013 anmelden.
    > www.cosound.de/de/kontakt


    Vielleicht gibt es davon auch was im Radio zu hören ... :zwinker:

  • Hat jemand versucht, sich dort anzumelden?


    Ich habe es probiert, aber der Aublauf ist seltsam. Ich musste meinen PC irgendwie umprogrammieren (Ergebnis: in meinem normalen Postfach sind meine nicht gelöschten "Posteingänge" - ca. 100Stück - verschwunden).
    Dann musste ich eine Anmelde-email-schreiben. Allerdings war nicht klar, ob die irgendwelche speziellen Angaben brauchten (ich habe mal meinen Namen angegeben).
    Ich habe es abgeschickt und dann keine weitere Rückmeldung gekriegt. Hat die Registrierung jetzt geklappt? Keine Ahnung, bin unsicher, ob ich mich jetzt am Dienstag in den Zug setzen soll....

  • Ich war gestern in Karlsruhe bei „Choreographie of Sound“ und habe Magne live und wirklich nah erlebt.


    Es war ein außergewöhnliches Erlebnis, da der Rahmen wirklich klein war, und es endete mit meinem ersten Autogramm (mit a-ha und Morten hat es nie geklappt). Einerseits fand ich es total aufregend, aber andererseits war das Ganze auch in einem sehr entspannten Rahmen.


    :-)


    War noch jemand aus dem Forum außer mir da? Ich hatte den Eindruck, dass da überwiegend Medienmenschen und Künstler waren.

  • Cool, und was genau hat man da gemacht? Musstest du was "erstellen", hat er dir was erklärt?
    Erzähl mal bisschen mehr von Inhalt, würde mich interessieren :-)


    Ich habs ja nicht so mit der Kunst, aber höre mir gerne mal an, was du da zu berichten hast.

    Answers are death, questions are life
    (M. Harket, 15. September 2007)

  • Wie schön!!! Da wäre ich auch zu gerne dabei gewesen. Mich würde ebenfalls interessieren, wie das Ganze abgelaufen ist. "Workshop" klingt ja nach Einbindung des Publikums.... Es wäre schön, wenn du uns noch ein wenig genauer darüber berichten könntest! Ich finde das unglaublich spannend!!

  • Alles klar!


    Bericht folgt noch heute Abend. Ich bin nur grade erst von der Arbeit zurück gekommen und jetzt muss ich erstmal mein Kind versorgen und ins Bett bringen. Danach setze ich mich an meinen Text!!!

  • Teil 1


    So, hier also mein Bericht:


    Ich kam gestern ziemlich knapp in Karlsruhe an – ich war spät aus der Arbeit rausgekommen und hatte den „idealen“ Zug verpasst. Aber als ich um 15:45 im ZKM-Kubus einlief, und fragte, wo die Veranstaltung mit Magne stattfindet, hatte sie noch nicht angefangen.


    Ich betrat den Saal, in dem ca. 100 Leute Platz hatten, er war zu ca. 2/3 gefüllt. In der vierten Reihe waren noch viele Plätze frei. Es standen in einer Reihe ca. 10 Stühle, in der Mitte davon war ein Gang. Als ich mich grade setzen wollte, sah ich, dass Magne den Saal betrat und sein Stuhl in der dritten Reihe am Gang stand. Der Platz hinter ihm war noch frei. Ruck zuck wechselte ich meinen Platz und saß dann genau hinter ihm. Meine Knie berührten seine Jacke, die er über den Stuhl gehängt hatte, und ich hatte frei Sicht auf seinen Hinterkopf (etwas volleres Haupthaar als unser Morti). :-P


    Bis das Ganze anfing, dauerte es noch ein paar Minuten und ich dachte nur, dass das eigentlich grade nicht wahr sein konnte. Unglaublich. Wenn mir das jemand vor 23 Jahren gesagt hätte, dass das mal passiert, wäre ich in Ohnmacht gefallen.
    :schock:


    Da er genau vor mir saß, hätte ich ihn berühren können, so nah war das. Aber das tat ich natürlich nicht. Ich konnte aber gut verfolgen, wie er sich mit seinen Sitznachbarn unterhielt und dem einen zum Beispiel ein Bonbon anbot. Die Konversation war auf Englisch und schien sehr herzlich zu sein (Bekannte?), die drei waren alle schon etwas älter. Später entdeckte ich die drei in meinem Programmheft mit Photo und Kurzbeschreibung.

    Ich nehme an, es waren folgende Personen: John Giorno (laut Heft New Yorker Performance Künstler und Dichter), A K Dolven (Künstlerin, von 2007-2013 Prof an der Kunstakademie Oslo) und Gaby Hartel (Berliner Kulturwissenschaftlerin und Journalistin, auch Kontakte zur Kunstakademie Oslo). Ich kannte sie alle nicht.


    Dann ging es los.


    Er wurde kurz von den Veranstaltern eingeführt, Moderation durch die Berlinerin Jenni Zylka, Roman- und Drehbuchautorin, Grimme-Jurorin und Dozentin für Journalismus (hab ich alles aus dem Programmheft), die ungefähr sowas sagte, wie „A great artist, in former times a famous popstar“, und dann ging Magne zum Podium und hielt einen 30 minütigen Vortrag.


    Thema war seine Kunst, die Art, wie er jetzt mit der Künstlergruppe apparatjik Musik macht/komponiert/Kunst macht/performt. Es ging nur um die Gegenwart und in keinster Weise um die Vergangenheit.
    Das Publikum war kein a-ha-Fan-Publikum, sondern Kunst- und Medienmenschen, Kulturstudenten etc. Nichts machte den Eindruck, dass die Leute den „Komponist und Keyboarder von a-ha“ sehen wollten, sondern es ging um den Künstler Magne F. Viele Menschen im Publikum waren auch etwas älter.


    Magne hatte sein Laptop dabei und klickte einfach ein Projekt nach dem anderen an.


    Er hat unglaublich viel gemalt etc.!!! (und die Bilder sind auch das Einzige, was mir an seiner Kunst wirklich gefällt ….)
    :verleg:


    Seine Art Musikkunst, die er dann vorstellte, ist zum Beispiel gerade, einen Song einzuspielen (z.B. nur Gesang) und dann mit dem PC wortweise zu zerhacken. Danach setzt er die Stücke neu zusammen und so ergeben sich neue Melodien, neue Texte etc. Mal mit Sinn und mal ohne. Manchmal macht er das auch nur mit Vokalen oder Konsonanten. Man hört dann nur "blknlgng" in verschiedenen Tonlagen. Sehr eigenartig. Er spielte aus allem eine Kostprobe mit seinem PC vor.


    Bei einem dieser Beispiele zeigte er es mit a-ha Songs. Mortens Stimme kam wortweise völlig zusammenhanglos, manchmal mit dem PC verfremdet. Man konnte nur erkennen, dass es Morten war, aber Lieder erkannte man nicht. Daraufhin fragte jemand, ob das nicht problematisch mit den Urheberrechten sei, aber Magne verneinte das.


    Das ist aber nur ein Beispiel seiner Kunst. Er zeigte noch viel mehr. Ich kann nicht auf alles eingehen. Vielleicht noch zwei Beispiele:
    Er hat ein Schachbrett auf „Töne“ übertragen (Schachbretter sind ja eingeteilt in „A“ „B“ etc. und Nummern.)Dann hat er das Schachpiel „Kasparow gegen IBM-PC“ Zug um Zug in Töne übertragen und das war dann eine neue Komposition.
    Er hat Leute, die ein Museum betreten gefilmt, ihre Schritte auf dem Boden(Wärmebild-Kamera??), alles hinterher übereinandergelegt, in Farben eingeteilt und dem dann wiederum Tönen zugeordnet. Sorry, aber mein Englisch ist nicht so perfekt und vieles war so abgefahren, dass ich nicht alles verstanden habe, aber so ungefähr muss es gemeint gewesen sein. Eben Kunst.


    Vieles findet man bestimmt auch im Magne-Thread unter „apparatjik“. Natürlich kamen auch Bildausschnitte von den Auftritten mit den gehörnten Helmen etc. Das Publikum schien interessiert und allem wohlgesonnen zu sein. Ich selbst fühlte mich manchmal wie im falschen Film. Mir fehlt der Zugang dazu etwas.


    Am Ende des Vortrages hätte man Fragen stellen können, aber da kam nicht viel. Es war auch schon deutlich überzogen worden und da bis zum Workshop nur 2 ½ Minuten Pause waren, rannte ich ganz schnell auf die Toilette, und wartete nicht, wie es mit Magne im Saal weiterging (ob er irgendwelche Einzelgespräche führte o.ä.).

  • Teil 2:


    Danach suchte ich den Workshop-Raum und war sehr erstaunt, als ich nur ganz wenig Stühle sah und außer mir nur 8 Leute im Raum waren („Hilfe, was muss ich im Workshop machen, ich bin doch kein Musik-, Kunst- oder Medienprofi???“)


    :roll:


    Naja, es kamen noch ein paar Leute (insgesamt waren wir wohl 20 Personen) und ich saß in der ersten Reihe in der Mitte (es gab nur zwei Reihen). Es ging letztendlich ähnlich weiter, wie im ersten Vortrag. Warum das "Workshop" hieß, erschließt sich mir auch heute noch nicht. Diverse Projekte wurden noch eingehender erläutert und Magne beantwortete ausführlich die diversen Fragen zu seiner Kunst. Da niemand etwas zu seiner Vergangenheit fragte, tat ich das auch nicht. Und andere Fragen hatte ich nicht ....


    :hmm:


    Irgendwie hätte ich das unpassend gefunden, denn es ging wirklich nur um Kunst und apparatjik.


    Allerdings hätte mich schon interessiert, ob Morten und Paul etwas mit seiner Kunst anfangen können, beispielsweise mal im Publikum sind und auch ob Magne zum Beispiel verfolgt, was Morten tut. Aber ich fragte nicht.


    Gerade ärgere ich mich darüber. Mehr als darauf nicht einzugehen hätte ja nicht passieren können, aber ich traute mich in dem Moment nicht.


    Aber ich wollte mich auch nicht als A-HA-Fan und Autogrammjäger outen, wohingegen die anderen ja die „Kunstmenschen“ waren. Einmal sagte er was zu a-ha, auf die Frage, wie er „Popstar“ und „bildender Künstler“ früher verbunden hätte und er sagte „I was a popstar by day, and an artist at night“. Nun scheint er sich irgendwie wohler zu fühlen (früher mehr zerrissen, da 2 Karrieren parallel?), auf die Frage, ob er nicht der Meinung wäre, seine Kunst jetzt nur so intensiv und erfolgreich machen zu können, WEIL er früher eine andere Karriere gehabt hätte und bereits Geld und Bekanntheitsgrad hätte, antwortete er mit „nein“.


    Irgendwann war mir klar, dass ich meinen Zug verpassen würde. (Ganz doof, denn ich musste mein Kind bei einem Spielkameraden abholen!!!)


    Aber ich wartete bis am Schluss, der Saal leerte sich (bis auf fünf Frauen, die wohl ebenfalls auf ein Autogramm warteten). Ich ging als erste einfach zum Tisch, während er seinen Laptop einpackte, wartete (wie ich schon unzählige Male im Beruf bei Fortbildungsreferenten gewartet habe, die Situation war echt unwirklich), da er sich noch mit einer älteren „Kunstdame“ unterhielt.


    Laut Programmheft war das Ute Thon, Kunstmarkt-Expertin und Textchefin der Zeitung „art“, Reporterin für Vogue, Journalistin für die FAZ etc. Sie hatte auch schon während des Vortrages viele Fragen.


    Und als es dann passte und sie ging, fragte ich ihn, ob ich ein Autogramm in mein Buch bekommen könnte. Er fragte „Which book?“ Ich sagte“ I have Just Loomis Photobook with me.“ (passte besser in die Tasche als der Jan Omdahl). Ich zeigte ihm die Seite, wo ich das Autogramm haben wollte und er unterschrieb und fragte mich nach meinem Namen. Ich sagte und buchstabierte es und nun steht in meine Buch „To Maren – Magne Furuholmen“. Eine kleine Widmung nur für mich.
    :)


    Ich sagte „Thank you“ und „Thank you for your music in the last 26 years. It´s with me my whole life.” Er lächelte mich an und dann drehte ich mich um und ging meines Weges.


    Die Straßenbahn und den Zug habe ich verpasst, mein Kind musste spontan bei seinem Kindergartenfreund noch zu abend essen. Aber hätte ich mir die wahrscheinlich einzige Möglichkeit meines Lebens, dieses Autogramm und diesen Dialog zu bekommen, entgehen lassen sollen????


    Das war wirklich ein kurzes Vier-Augen-Gespräch. Total krass, wenn man es richtig bedenkt. Und irgendwie „total normal“ in der Situation.


    Aber das war auch immer das Besondere und Liebenswerte an a-ha – dass sie so einen normalen, bodenständigen Eindruck machten. Magne wirkte gestern total natürlich, in keinster Weise abgehoben, sondern echt zum Greifen nah.


    Als Performance-Künstler kann man manchmal denken, dass es ein kreativer Spinner ist. (Auftritte in Muscle-Fatsuits oder mit Pappschachteln auf dem Kopf oder in Silbernen Anzügen mit Helmen und Hörnern). Er sagte, das Problem mit apparatjik sei, dass es dem mainstream-Publikum zu „künstlerisch“ sein und dem Kunstpublikum zu „massentauglich“. (???? Wie verrückt wollen die das denn noch haben???)


    Er hinge irgendwo dazwischen.


    Ich denke, ich werde ab und zu verfolgen, was er auch zukünftig macht, da er einfach ein sympathischer Typ ist und mich der heutige Tag neugierig gemacht hat.


    Ob es Fotos gibt? Fotografieren war eigentlich verboten, ich habe trotzdem 5 eher schlechte als rechte Bilder. Ist aber auch irgendwie peinlich, bei so einer kleinen Publikumsgruppe den Fotoapparat zu zücken und Bilder zu machen. Man steht ja direkt vor dem Menschen. Als würde man in der Schule seinen Lehrer knipsen. Dabei fühlte ich mich komisch. Ich versuche aber,die Bilder hier einzustellen. Es wäre auch absolut unpassend gewesen, um ein Bild mit mir zu bitten. (Wer hätte das auch machen sollen??). Irgendwie passte das nicht.


    Letztes Fazit: Magne schien sehr glücklich und in sich ruhend. Er sah wie immer sehr gut aus und schien die Anerkennung und Zustimmung vom Fachpublikum zu bekommen, die er sich mit a-ha vielleicht noch mehr gewünscht hätte. Wenn er aber wirklich sein Glück nun mit apparatjik und dieser Kunst gefunden hat, dann verstehe ich auch, warum a-ha nicht mehr seine Welt war.


    So, das war mein Bericht! Ich weiß, er ist sehr lang, aber ihr wolltet es wissen …..
    Ich habe so viel von euren schönen Momenten mit euch teilen dürfen, dass ich mich gefreut habe, euch heute mal an meinem Erlebnis teilhaben zu lassen.


    Danke Frank nochmal, dass Du uns immer so umfassend auf dem Laufenden hältst!!! Ohne dich wäre das alles nicht passiert, ich werde mein Leben lang an meine verrückte Aktion gestern denken.


    Das Forum ist toll!


    :kuscheln:

  • Wow, Maren, das ist ja der Oberhammer! Du brauchst sicher noch ein paar Tage, bis Dir das alles nicht mehr so unwirklich vorkommt. Ist doch irgendwie seltsam - das Ganze ist eine völlig andere Plattform, und plötzlich hat das alles gar nichts mehr mit Rummel zu tun, sondern der Mann ist einfach zum Greifen nah. Kein Wunder, dass Dir das ein wenig ungewohnt vorkam.

  • Danke für den Bericht, so bekommt man mal einen anderen Einblick :-)


    Aber man muss schon echt Kunstkenner und -freund sein, um dem Ganzen da folgen zu können. Ich kann da leider wenig bis gar nichts mit anfangen, aber gut, muss man ja auch nicht.
    Er erschließt sich dadurch ganz andere Leute, das ist ja auch gut so. Ich denke auch, dass er genau das möchte, und drum finde ich es auch gut, dass du da nichts zu a-ha etc. gefragt hast. Ich denke, das gehört das irgendwie nicht hin.


    Die Antwort auf die Frage, ob seine Vergangenheit ihm das jetzt nicht erst möglich macht oder besser möglich macht, finde ich interessant. Typisch Künstler. Klar, das könnte er so oder so jetzt machen. Ich denke aber schon, dass ihm seine sehr erfolgreiche Popkarriere sowohl finanziell als auch anders (Kontakte) da etliches leichter gemacht hat. Aber nun ja....

    Answers are death, questions are life
    (M. Harket, 15. September 2007)