03.02.18 München-Konzert, Olympiahalle

  • So, bin wieder daheim...


    Für mich wird dieses Konzert immer in zwiespältiger Erinnerung bleiben, aber nicht des Konzerts wegen, sondern weil ich es fast nicht mehr geschafft hätte dort hinzukommen... mein Zug hatte eine Stunde Verspätung, und ich hatte vorher schon ungewöhnlich knapp kalkuliert, weil ich am selben Tag zuhause noch einen wichtigen Workshop mitmachen wollte. Ein paar Tage vor dem Konzert kam eine Email von Eventim, dass man absolut keine Taschen und Rucksäcke mit hinein nehmen darf, deswegen hatte ich eigentlich vor, meine Tasche im Hotel abzuwerfen und dann schnell weiter zur Konzerthalle zu fahren. Letztlich musste ich meine Tasche am Bahnhof in ein Schließfach tun (gottseidank hab ich sofort die Schließfächer gefunden) und laut der Handyapp wäre ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln erst gegen halb neun an der Konzerthalle gewesen. Noch dazu muss man die letzten 15 Minuten zu Fuß laufen, weil die Konzerthalle im Olympiapark ist und das Gelände echt weitläufig ist... Zum Glück gibt es in München genug Taxen, und mein Taxifahrer hat mich um Punkt 19 Uhr 58 direkt vor dem Halleneingang abgesetzt. Ich hatte die ganz Zeit einfach Schiss, dass ich vielleicht gar nicht mehr reinkomme, falls ich nach Konzertbeginn ankommen sollte... Demzufolge fiel bei mir diesmal die ganze Vorfreude weg und alles, was sich so an netten Unterhaltungen etc. vorher ergeben kann, wenn man frühzeitig da ist.


    Vom Konzert selber bin ich ziemlich begeistert. Wie schon alle geschrieben haben, kommt die Musik live noch besser rüber als bei der DVD. Mir hat der Teil enorm gut gefallen, wo sie das Lifelines-Video auf der Leinwand zeigen, mit dieser norwegischen verschneiten Landschaft, und dazu der Text "the cold has a voice... it talks to me..." Das Video hatte auf mich den seltsamen Effekt, dass es aussah als würde die Bühne schweben und sich bewegen, mir wurde fast schwindelig am Anfang.


    Morten macht auf mich den Eindruck, als würde er auf der Bühne meditieren. Er ist völlig in sich gekehrt, bis auf die Kommunikation mit dem Tontechniker. Man sieht, dass er sich wirklich anstrengt, um eine perfekte Leistung abzuliefern, und bis auf einen klitzekleinen Aussetzer bei Foot of the mountain würde ich sagen ist ihm das auch gelungen. Irgendwann brüllte vom Seitenrang mal ein Mann "I love you", da hat er kurz gegrinst, aber dann war er schon wieder in sich zurückgezogen. Dann später hat derselbe Mann nochmal "I love you" gebrüllt, da hat er dann gesagt "this is a warm feeling" und alles hat gelacht.


    Zu dem Thema Tontechniker: es ist zwar ganz sicher eine etwas nervige Marotte, dass Morten einerseits kaum in Publikum schaut, aber andererseits dauernd zum Tontechniker hin gestikuliert. Ich finde ganz in echt, sie sollten den Tontechniker einfach mit auf die Bühne setzen, dann hätte Morten nicht so weite Wege um ihm zu sagen was er will. Aber mir ist gestern aufgefallen, dass das Gestikulieren nicht bloß Kritik ist im Sinne von "das ist falsch eingestellt, ich höre nichts" sondern oft eher so Regieanweisungen zu sein scheinen. Mir ist mindestens zweimal aufgefallen, dass er so bestimmte Gesten vor der Brust gemacht hat, direkt bevor mit besonders viel Kraft oder besonders langanhaltende Töne gesungen hat. Das sah für mich so aus wie ein "Achtung, jetzt will ich Gas geben, dreh den Ton auf". Ich wüsste ja zu gern, was die einzelnen Gesten genau bedeuten.


    Schade fand ich, dass die Ordner scharf wie Dobermänner waren. Bei einem Lied sprangen alle auf, da dachte ich mir, endlich geht´s los und man darf mal ein wenig abfeiern, aber dann gab es wohl ein Signal und zum nächsten Lied haben sich alle gleich wieder brav hingesetzt. Nicht mal beim letzten Lied sind welche vor die Bühne. Jetzt ist Take on me in der ruhigen Fassung ja sowieso nicht der Dance-Hit, aber wäre doch schön gewesen da mal die paar Schritte noch nach vorne gehen zu dürfen. Für mich hat das die Stimmung etwas gedrückt. Man merkt ja gar abgesehen vom Applaus gar nicht so richtig, ob es dem Rest des Publikums überhaupt richtig gefällt, wenn alle immer nur sitzen bleiben.


    Aber immerhin bin ich heute morgen mit den Bildern und einem Lied aus dem Konzert in den Ohren aufgewacht...

  • Mein Eindruck vom Münchner Konzert war ebenso zwiespältig.


    Einerseits habe ich es genossen, nach knapp 30 Jahren (a-ha war damals mein erstes Konzert!) diese Band wiederzusehen. Die Musik ist noch immer super! Mortens Stimme ebenso hochwertig!


    Dennoch blieb die große Begeisterung aus.


    Wenn ich auf ein Live-Konzert gehe, dann möchte ich irgendwie ein "mehrals" genießen. Ich möchte mich der Band ein bisschen nahe fühlen und am Ende denken: ja, der (hohe) Preis war es jetzt echt wert!


    Da bin ich zögerlich, ehrlich gesagt und kann auch bennen, warum es so war.


    Ich gehe da schon mit der Rezension aus der Bild-Zeitung mit! Es war schon etwas "langweilig". Es gab kaum eine Interaktion mit dem Publikum. Ein paar Sätze von Magne - das war sympathisch, aber gerade auf dem Level, wo man sagen kann, dass noch weniger schon unhöflich gewesen wäre.
    Selbst die Vorlage mit dem missglückten Geburtstagsständchen haben sie nicht genutzt, um da vielleicht mal eine "kleine individuell auf das Publikum abgestimmte Aktion" zu machen. Wir hätten das doch nochmal gemeinsam einen kleinen Moment "üben" können und Spaß haben können!
    Morten und Pal haben schon eher gar nicht mit dem Publikum interagiert, und die drei miteinander auch nicht. Man hatte das Gefühl, dass jeder für sich auf der Bühne war und das Ganze dann auch noch zufällig zusammen gut geklungen hat.


    Ich habe mich gefragt, warum sie das überhaupt machen? Brauchen sie das Geld oder haben sie ev. DOCH Spaß dabei und man sieht ihn einfach nicht, weil Norweger ja nun auch nciht gerade bekannt sind für ihr Temperament????


    Die Leute neben uns sind früher gegangen, sie sind im Vorfeld fast eingeschlafen.


    SO schlimm fand ich es nun auch nicht, aber irgendwie... fehlte da schon etwas.


    Das Publikum war prima, fand ich! Die Stimmung war besser als die Band.


    Also, bei allem Respekt, aber irgendwie hab ich das Konzert wirklich nicht so ganz verstanden... Schade.
    Aber ich bereue auch nicht, dagewesen zu sein.

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