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Kurzgeschichte Die nostalgische Fledermaus

  • Hallo Zusammen,


    hier eine kurze Geschichte von mir.

    Die Geschichte heisst "Die nostalgische Fledermaus".


    Viel Spaß beim Lesen!



    Die nostalgische Fledermaus


    Die Abenddämmerung brach an. In einer halbverfallenen Scheune am Rande einer Wiese fiel Licht durch schmale Fenster und bewegte sich über den staubigen Holzboden. Eine kleine Fledermaus erwachte, wartete einen Moment und verliess dann die Scheune. Sie flog hinüber zu der Pferdewiese und weiter zum Haus.

    Es war, alsob sich der Geruch von Pferden, frisch gemähtem Gras und Hühnerfett wie ein hautenger Mantel um den Körper des Mannes, der vor dem Haus stand, geschmiegt hätte.

    Die Fledermaus nahm die ungewöhnliche Geruchsmischung wahr, als sie über den Vorplatz des Haupthauses flog. Sie rümpfte die Nase, flog eine lange Kurve und landete auf dem Holzzaun einer großen Pferdekoppel. Sie seufzte erleichtert auf, sobald sie merkte, dass sie der seltsamen Geruchsmischung nicht länger ausgesetzten war.

    Die Fledermaus blickte sich um und konnte am anderen Ende der Koppel gerade noch erahnen, dass sich dort zwei Männer aufhielten.

    Nach ihrem Rundflug kehrte die Fledermaus zurück und schlief tagsüber in der Scheune. So bekam sie von den Feierlichkeiten im Garten nichts mit.


    Während das Geburtstagskind die Fahrt mit seinen Freunden auf dem alten Kinderkarussell mit Pferden genoss, deckten die Eltern den Gartentisch. Mattheos ältere Schwester war mit ihren 16 Jahren noch ein richtiger Backfisch. Sie hatte Muffins für den Geburtstag von ihrem Bruder gebacken.

    Jetzt half sie dabei den Tisch im Garten zu decken. Mattheo, das Geburtstagskind, trug ein Bambusbjörn-Tshirt. Die Mutter von Mattheo rief die Gäste zu Tisch.

    Die Geburtstagsgesellschaft strömte von allen Seiten herbei und liess sich an der langen Tafel unter dem großen Apfelbaum nieder. Ein leichter Wind bewegte die Äste des Baumes und verströmte einen angenehmen Duft. Mattheo blickte freudigerwartend grinsend tischauf und tischab.

    Der Blick des Geburtstagskindes blieb an einem weissen Krug mit selbstgemachter Limonande hängen, wanderte flüchtig über eine Schale mit frischen Früchten hinweg, streifte kurz einen hellblauen Krug mit Eistee und landete schließlich auf Schokoladen-Riebisel-Muffins.

    Kleine Fledermäuse zierten die Oberfläche der Muffins. Mattheo senkte den Blick und schloss die Augen, als er sie einen Moment später wieder öffnete, stand eine Torte vor ihm. Seine Mutter hatte die Geburtstagstorte ganz vorsichtig in den Garten getragen.

    Mattheo betrachtete in Ruhe seine Torte. Er entdeckte ein kleines Pferd, das in mitten von Kerzen oben auf dem Kuchen stand.

    "Oh, ein Honigkuchenpferd!", flüsterte er deutlich vernehmbar.

    Die Eltern lachten über den belustigten Gesichtsausdruck ihres Sohnes, die Torte wurde verteilt und die Getränke herumgereicht.


    Der Kuchen war beinahe aufgegessen und die Kinder waren längst wieder zum Spielen gegangen und die Erwachsenen waren in Plauderstimmung.
    "Mir gefallen deine Haare. Ist der Haarschnitt neu?"

    "Ja, ich habe mich vor ein paar Tagen in den neuen Verunstaltungsraum in der Tristan Street begeben. Ich war bei Isolde. Sie ist eine tolle Haarschneidekünstlerin. ", antwortete Mattheos Tante. Plötzlich ertönte Musik vom Vorplatz des Haupthauses.

    Kinder und Erwachsene wanderten vom Garten durch einen Torbogen auf den Vorplatz. Mattheo entdeckte den Ursprung der Musik zuerst. Es war ein Leierkastengeselle.
    Ein Kakadu hockte oben auf dem Musikinstrument.

    Die musikalische Darbietung verführte die Kinder sowie einige der Erwachsenen zum Tanzen.
    "Auch eine Form von Leibesübungen.", ertönte es aus der Zuschauermenge.
    "Frühstücksschmaus, Frühstücksschmaus!", rief der Vogel wohlgemut immer wieder.
    Mattheos Vater holte seinen Photoapparat hervor, um diese skurrile Absurdität mit der Kamera festzuhalten.

    Die Fledermaus flog in der kühlen Morgendämmerung über die Terrasse und die Echse lag auf dem Grill.
    (Der Grill ist kalt, die Echse liegt dort, um auf die Sonne zu warten.)

    Ende